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Umsetzende Organisation(en)
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Universität Würzburg
Beginn der Laufzeit
Ende der Laufzeit
Maßnahmen-Typ
Geographische Reichweite international
Voransichtsbild
Good Practice Schleife

Systematischer partizipativer Planungsprozess der "bewegten Dorfrunde Wülfershausen"

Die „bewegte Dorfrunde“ wurde im Rahmen des Forschungsprojekts EUBeKo (Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse verhältnisorientierter Bewegungsförderung in der Kommune für mehr Chancengerechtigkeit systematisch planen und implementieren) in der Gemeinde Wülfershausen a. d. Saale (Bayern, Deutschland) geplant und umgesetzt. Im Rahmen des Projekts wurden generationenübergreifende Ziele verfolgt, indem partizipativ niedrigschwellige, motivierende und barrierefreie Bewegungs- sowie Begegnungsmöglichkeiten geschaffen wurden. Als Good Practice wurde der „systematische partizipative Planungsprozess“ dieser Maßnahme ausgezeichnet.

Erfüllte Good Practice Kriterien

  • Spezialkriterium: Gesundes Altern
  • Qualitätskriterien der Gesundheitsförderung
  • Übertragbarkeit und Weiterentwicklung
  • Wirkannahmen & -modell
  • Evaluation der Wirksamkeit

Problembeschreibung

In ländlichen Gemeinden wie Wülfershausen ist Alltagsbewegung häufig eingeschränkt, da Wege überwiegend motorisiert zurückgelegt werden und niedrigschwellige, dauerhaft verfügbare Bewegungsmöglichkeiten im unmittelbaren Wohnumfeld fehlen. Klassische Bewegungsprogramme erreichen zudem oftmals vor allem bereits aktive Bevölkerungsgruppen und tragen nur begrenzt zu einer breiten, alltagsnahen Bewegungsförderung bei. Vor dem Hintergrund des zunehmenden, generationenübergreifenden Bewegungsmangels rücken daher räumliche und soziale Rahmenbedingungen stärker in den Fokus der Gesundheitsförderung. Kommunen kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu, da sie durch Planung, Gestaltung und Nutzung öffentlicher Räume zentrale Voraussetzungen für Bewegung, soziale Teilhabe und Gesundheit schaffen. In Wülfershausen zeigte eine systematische Analyse konkrete bauliche und sozial-infrastrukturelle Entwicklungsbedarfe, wie fehlende Sitzgelegenheiten, barrierearme Begegnungsorte und attraktiv gestaltete, sichere Geh- und Spazierwege. Gleichzeitig wurde deutlich, dass vorhandene Potenziale bislang nicht gezielt als Bewegungs- und Begegnungsräume genutzt wurden. Diese Ausgangslage verdeutlichte den Bedarf an einer verhältnisorientierten, partizipativ entwickelten Maßnahme, die bestehende Strukturen bewegungsförderlich aktiviert, soziale Begegnung ermöglicht und Bewegung als selbstverständlichen Bestandteil des dörflichen Alltags verankert (Domokos et al. 2024). 

Das Projekt EUBeKo folgte insgesamt einer systematischen und theoriegeleiteten Aufbereitung und Durchführung eines Prozesses zur verhältnisorientierten Bewegungsförderung in der Kommune in Anlehnung an das Planungsmodell „intervention mapping“ (Bartholomew et al. 2016) mit besonderem Fokus auf Planungs- und Entscheidungsprozesse sowie auf die Zielgruppen der kommunalen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und Entscheidungstragenden (Paulsen et al. 2024).

Bild
Projektbild mit 2 Menschen und Wegweisern als dekoratives Element
© EUBEKO

Ansprechpersonen:

Prof. Dr. Jens Bucksch
Fakultät für Natur- und Gesellschaftswissenschaften
Prävention und Gesundheitsförderung/Kommunale Gesundheitsförderung
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Mail: bucksch@ph-heidelberg.de

PD Dr. Birgit Sperlich 
Institut für Sportwissenschaften, 
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Mail: birgit.sperlich@uni-wuerzburg.de

Weitere Links:

Projektwebsite EUBeKo 
Die Projektwebsite ist sehr umfassend; es gibt es eine umfassende Sammlung an Methoden und Instrumenten, die in den verschiedenen Phasen der systematischen Planung helfen können. 

Praxisbeispiel Wülfershausen a. d. Saale